Letzte Überarbeitung: 12.03.05

  
Allerhand Wissenswertes über den HL. St. Martin

(Heilige der katholischen Kirche können auch Vorbilder für evangelische Christen sein!)
    

Martin hatte die Taufe noch nicht empfangen, als sich jene schöne, allgemein bekannte Begebenheit zutrug, in der er schon als ganz junger Mann den Geist der wahren Nächstenliebe bewies. Es geschah, daß an einem kalten Winterabend der junge Reiter mit seinen Kameraden auf der Straße nach Amiens ritt. Da trat am Stadttor eine armselig in Lumpen gehüllte Gestalt auf ihn zu und streckte ihm zitternd die Hand entgegen. Weil der junge Soldat kein Geld bei sich trug, die Blöße des Bettlers ihn aber dauerte, zog er kurz entschlossen sein Schwert, schnitt seinen Mantel in zwei Teile und gab einen davon dem Armen, ohne sich um das verächtliche Gelächter der anderen Soldaten zu kümmern. In der Nacht erschien ihm Christus, mit dem Stück seines Mantels bekleidet, und sagte zu der Heerschar der Engel, die ihn begleitet: "Martinus, der noch nicht getauft ist, hat mich bekleidet." Dieses Gesicht beeindruckte den Jüngling so sehr, dass er hinging und sich taufen ließ.

Legende:
Der heilige Martin von Tours teilt seinen Mantel mit einem Bettler

 

Einiges aus dem Leben von St. Martin
   
Literatur

Das Leben des heiligen Martins hat Sulpicius Severus mit vielen Ausschmückungen beschrieben. Später wurde vieles von Gregor von Tours ergänzt.

Bücher

1." Martin von Tours, der wundertätige Mönch und Bischof" von Reinkens (3.Auflage, Gera 1876)

2."Saint Martin et son monastère" von Chamard ( Poitiers 1873 )

3."Martin of Tours" von Scullard                ( London 1891 )

4:"Die Heiligen der Merowinger" von Bernoulli ( Tübingen 1900 )

5."Kirchengeschichte Deutschlands" von Hauck (2.Auflage, Leipzig 1898 (Band 1, Seite 52 ff.)

Quellen

1. Meyers Konversationslexikon Band 13 ( 6.Auflage, Leipzig 1908 )

2. Das moderne Lexikon Band 18 ( Gütersloh 1972 )

3. Das große Buch der Heiligen von Carlo Melchers (München 1980 )

4. Wunderschöne Weihnachtszeit von Jürgen Neumann (Lingen-Verlag,Köln 1979) Seite 9 bis 13

Geburt Martin wurde um das Jahr 316 in Ungarn geboren. Sein Geburtsort wird in der Literatur mit Steinamanger oder Sabaria angegeben. Der Ort lag am Fusse des heutigen Martinsberges in der Provinz Pannonien.
Tod Martin starb um das Jahr 400 in Tours im Alter von 84 Jahren.

Tours

Liegt in Mittelfrankreich zwischen der Loire und dem in die Loire einmündenden Fluß Cher. Es ist der Hauptort der Touraine. Heute ist Tours mit seinen ca. 100.000 Einwohnern Hauptstadt des Departements Indre-et-Loire und immer noch Sitz eines Erzbischofs.
Erinnerungsstätten:
Wallfahrtskirche Saint-Martin in Tours, gotische Kathedrale aus dem 12. bis 16. Jahrhundert. Der ehemalige Erzbischofspalast stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Kindheit Martin wurde in Pavia erzogen.


Militärdienst

Martin wurde von seinem Vater zum Militärdienst genötigt und diente mehrere Jahre in Gallien. Er nahm aber schon im Jahre 336 als Zwanzigjähriger seinen Abschied und kehrte in seine ungarische Heimat zurück.
Klosterleben Bei seinem Aufenthalt in Mailand wurde er von den Arianern bedrängt und lebte eine Zeitlang als Klausner auf einer Insel bei Genua. Im Jahre 370 gründete Martin bei Poitiers ein Kloster. Es war wohl die erste klösterliche Organisation des Abendlandes.
Bischofszeit Im Jahre 371 wird Martin durch öffentliche Volksabstimmung zum Bischof von Tours gewählt.
(Beachte in diesem Zusammenhang die Legende von den Gänsen!)
Als Bischof von Tours gründete er das Kloster Marmoutiers. Besonders unter dem gallischen Landvolk verbreitete er das Christentum.


Martinsfest

Der 11. November - auch Martini genannt - ist der Gedächtnis- bzw. Namenstag des Heiligen Martin von Tours. Auf diesen Tag sind viele Bräuche des Herbstdankfestes übergegangen. Dazu gehörten die Martinsgans, die wahrscheinlich früher zu den Opfertieren gehörte, und der Martinstrunk, bei dem der neue Wein geprüft wurde.
Symbole Die Kappe des hlg. Martin diente den fränkischen Königen als Heerfahne, ohne die sie nicht ins Feld zogen.
Schutzpatron Der Bischof von Tours oder der Heilige Martin von Tours ist der Schutzpatron von Frankreich und den deutschen Städten Würzburg und Mainz.

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am Mittwoch, den 27. Mai 1998, geändert am 13.09.04 16:35
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