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Letzte Änderung: 06.06.01


In der Ausgabe

"DAS GROSSE BUCH DER HEILIGEN 
GESCHICHTE UND LEGENDE IM JAHRESVERLAUF" 
von Erna und Hans Melchers

erschienen 1978 im Südwest Verlag München * 4. Auflage 1980 * ISBN 3  517 00617 3
fanden wir zu unserem Reisebericht "Rita-Fahrt nach Cascia" nachstehenden Artikel:


DIE HEILIGE RITA von CASCIA

Die hl. Rita von Cascia wird als Helferin in aussichtslosen Anliegen und in Examensnöten angerufen. Der Geist der Heiligen, die jahrelang selbst im Kloster Kranken und Sterbenden beistand, wirkt in der karitativen Genossenschaft der Rita-Schwestern fort. Nach ihrem Tode ereigneten sich bis heute so viele Wunder, dass ihre Verehrung seit ihrer Heiligsprechung am 24. Mai I900 überall in der Welt zugenommen hat.

Geboren wurde die hl. Rita in Rocca Porena in Umbrien um das Jahr 1360. Sie wurde 76 Jahre alt. Dazwischen liegt ein Weg der Entsagung und Buße, des Opfergeistes und Geduld. Sie kannte nur einen Wunsch, Gott in jeder Lage ihres Lebens noch inniger zu lieben, ihm noch treuer und unbedingter zu dienen. Schon als Kind zieht sie sich zur Betrachtung des Leidens Christi, das ihr tief zu Herzen geht, sehr oft zurück. Sie macht sich aus dornigem Gestrüpp einen Bußgürtel und entzieht sich jede Nacht freiwillig den Schlaf im Angedenken der Passion des Erlösers. Doch als sie eines Tages den Wunsch äußert, bei den Augustinerinnen in Cascia einzutreten, wollen die Eltern ihr Kind nicht hergeben. Um es nicht an die geistliche Welt zu verlieren, verheiraten sie das Mädchen schleunigst. Gehorsam ihren Eltern gegenüber, willigt sie ihnen zuliebe in eine Heirat ein. Aber die Wahl der Eltern ist auf einen Unwürdigen gefallen. Ritas Ehe wird zur Hölle für sie. Der unbeherrschte Mann hat Wutanfälle und ist jähzornig und grausam. Er misshandelt die junge Frau schon wenige Tage nach der Hochzeit. Achtzehn Jahre hindurch erträgt sie bewundernswert geduldig alle Demütigungen, die ihr der Ehestand auferlegt. Sie hat zwei Söhne, die das jähzornige Temperament ihres Gatten geerbt haben. Rita schweigt und betet. Ihre tiefe Frömmigkeit besiegt zuletzt den Mann, der sein Unrecht nach langen Jahren einsieht. Da trifft sie ein neuer Schicksalsschlag: der Mann wird ein Opfer der Blutrache. Der Mörder sucht bei Rita Zuflucht vor den weltlichen Gerichten, und sie bringt die Größe auf, ihm ungeachtet ihres Schmerzes Asyl zu gewähren. Ihre beiden Söhne wollen nun unbedingt den Vater rächen. Da bittet Rita in ihrer Not um das Seelenheil ihrer Kinder Gott, diese lieber zu sich zu nehmen als sie zu Mördern werden zu lassen. Und Gott erhört ihre Bitte und nimmt ihr Opfer an: beide Söhne sterben kurz hintereinander an einer Seuche.

Allein gelassen, hält sie nun nichts mehr davon zurück, ihren Jugendwunsch zu erfüllen. Nach vielen Hindernissen – dreimal lehnen die Augustinerinnen die Witwe ab – wird sie endlich ins Kloster eingelassen. Ihr letzter Lebensabschnitt gehört ganz der Sühne und Buße. Sie tut es allen Schwestern an Einhaltung der Regel zuvor und gibt sich leidenschaftlich der Befolgung der Ordensgelübde hin. Sie fastet und schläft auf dem blanken Fußboden, täglich geißelt sie sich als Sühne für die Sünden der Welt. Sie bleibt, wie fast alle Heiligen, nicht ohne Anfechtungen. Wenn sie zu stark werden, hält sie ihre Hände übers offene Feuer und gedenkt der höllischen Flammen, in denen die Sünder ewig brennen. Die Kraft zu all diesem Tun schöpft die Heilige immer wieder aus der Betrachtung des Leidens Christi.

Rita stirbt am 22. Mai 1457 zu Cascia bei Spoleto.


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am Montag, den 22. Mai 2000
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