
Leitgedanken
Ihr
habt nicht den Auftrag in den jungen Menschen den Menschen
zu töten oder sie in Ameisen für das Leben im Ameisenhaufen
zu verwandeln.
Ihr sollt sie nicht mit leeren Formeln, sondern mit Bildern
erfüllen, die ein Gefüge mit sich führen.
Ihr sollt sie nicht in erster Linie mit totem Wissen
vollstopfen, sondern ihnen Hilfestellungen geben, damit sie
die Dinge erfassen können.
(Antoine
de Saint-Exupéry)
Ein
engagiertes Kollegium, eine offene Schulleitung, ein
aktiver Elternbeirat, ansässige Unternehmen und viele
andere Helfer repräsentieren ein gutes Fundament für die
Arbeit an den heute immer vielfältiger werdenden Aufgaben
der Schule in den Bereichen der
-
Bildung,
-
Erziehung und
-
Führungshilfe
der
Schüler, zur Annahme und Übernahme von
-
emotionaler,
-
sozialer,
-
moralischer und
-
politischer
Kompetenz und
Verantwortung.
Geleitet von Offenheit und Interesse für den Einzelnen
stellt sich die Robert-Schuman-Schule jeden Tag dieser
verantwortungsvollen Aufgabe mit Freude und
Einsatzbereitschaft.
Wie
wird dieser Leitgedanke umgesetzt?
Im
Schuljahr 2007/08 besuchen 250 Schüler die Schule, davon
sind 56 Schüler nicht deutscher Herkunft und 77 Schüler
weisen einen Migrationshintergrund auf.
Sie werden in 10 Regelklassen (5.-9. Jgst.) und 2
Praxisklassen (P8 / P9) von insgesamt 32 Lehrkräften in
zwei Schulhäusern unterrichtet.
Diese Lehrkräfte sind beständig darum bemüht, allen
Schülern dabei zu helfen, einen ihrem Entwicklungs- und
Leistungsstand entsprechenden Schulabschluss zu erreichen.
Für Schüler, die sich gerne über den Unterricht hinaus
engagieren und weiterentwickeln wollen, bietet die RSS ein
vielfältiges Angebot an sportlichen und musischen
Aktivitäten:
im
sportlichen Bereich:
-
Gerätturnen
(regelmäßige Teilnahme an regionalen und überregionalen
Wett-
kämpfen)
-
Fußball
-
Tanz und
Gymnastik
-
Schwimmen
im
musischen Bereich:
-
kostenloser
Instrumentalunterricht in Kleingruppen (Gitarre / Flöte /
Akkordeon)
-
Schulband
und Schulchor
-
AG
Theater
-
AG
Schulhausgestaltung (Langzeitprojekt zur Neugestaltung der
Aula)
-
AG
Schülerzeitung
-
AG
Digitale Fotografie/Stop-Motion-Filme
Bei
Schulfeiern, am Grundschultag, beim Besuch der
Comenius–Lehrer, im Rahmen des musischen Abends oder
beim Handwerker-Informationsabend werden die Ergebnisse
dieser Gruppen regelmäßig erfolgreich präsentiert. Auch bei
der Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettbewerben
wollen wir die Talente an unserer Hauptschule in den
verschiedensten Bereichen fördern.
Zusätzlich zu erwähnen ist noch die in diesem Schuljahr neu
gegründete Schülermitverantwortung (SMV), die ihre
Einsatzbereitschaft bald unter Beweis stellen wird. Diese
wurde an zwei Halbtagen zu Beginn des Schuljahres von
mehreren engagierten Lehrkräften auf ihre neue Aufgabe
vorbereitet.
Den
Schülern, deren Begabungen nicht nur oder weniger im
kognitiven Bereich liegen, stehen drei verschiedene
Hilfsangebote zur Verfügung:
1. Sozial-integrative Jugendarbeit
Das
Projekt „Sozial-integrative Jugendarbeit“
(Kurzform SIJ) wendet sich in der Robert-Schuman-Schule an
die Schüler der fünften bis neunten Jahrgangsstufe, deren
Eltern und Lehrer.
SIJ kommt in der Schule und im Jugendzentrum, das sich in
allernächster Nähe befindet, zum Einsatz. Dies hat einen
großen Vorteil: Die Kinder können in der Schule
und
in der
Freizeit begleitet werden. Hierbei werden
sozialpädagogische Methoden und Handlungsweisen, wie
beispielsweise Beratung, Gruppenarbeit und auch
Bildungsangebote verwendet.
Die SIJ soll die Entwicklung von Partizipationsstrukturen
für Jugendliche und die Vernetzung von Schule und
Jugendzentrum fördern, sowie die sozialen Fähigkeiten der
einzelnen Kinder und Jugendlichen als auch deren
Integrationsprozesse unterstützen und begleiten.
Den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil soll somit
ein Ansprechpartner an die Seite gestellt werden, der sie
fast über den ganzen Tag hindurch begleiten kann und ihre
Lebensbedingungen kennt.
Zudem ist SIJ auch ein vertrauliches und kostenloses
Beratungs- und Unterstützungsangebot für die oben genannten
Zielgruppen und führt auch freizeit- und
gruppenpädagogische Angebote durch.
2.
Das Programm des eigenverantwortlichen Denkens und
Handelns
(Trainingsraumprogramm)
In den
letzten Jahren stieg die Anzahl der Hauptschulabgänger ohne
Abschluss massiv an, vor allem bei uns hier in Kempten.
Hinzu kamen negative Rückmeldungen der Ausbildungsbetriebe
bezüglich eines zunehmenden mangelnden
Verantwortungsbewusstseins seitens der Auszubildenden. Hier
stellt sich die Frage nach den Ursachen. Neben den
gesellschaftlichen Faktoren spielt die Qualität des
Unterrichtes eine große Rolle. Diese ist u.a. von einer
störungsfreien Vermittlung von Lerninhalten abhängig. Kommt
es zu Unterrichtsstörungen, sind negative Auswirkungen auf
Lehrer- sowie Schülerseite sichtbar.
Vor diesem Hintergrund wurde das Programm des
Trainingsraums entwickelt. Inhaltlich basiert das Konzept
auf der Grundthese, dass jeder Schüler in der Lage ist,
sein Denken und Handeln eigenverantwortlich zu gestalten.
Somit lassen sich folgende Zielstellungen für das
Trainingsraumprogramm ableiten:
-
Positives
Klima für lernbereite Schüler
-
Hilfsangebot
für häufig störende Schüler zur Schulung des eigenen
Sozialver-
haltens
-
Förderung
der Eigenverantwortung
In der Praxis gestaltet sich dies wie folgt. Es wurden an
der Schule drei Grundrechte für alle Schüler festgelegt:
-
Jeder
hat das Recht ungestört zu lernen.
-
Jede
Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu
unterrichten.
-
Jeder
muss die Rechte der anderen respektieren.
Stört ein Schüler das Unterrichtsgeschehen, so muss er auf
Nachfrage der Lehrkraft seine Handlung konkret
verbalisieren. Den Schülern ist bekannt, dass eine weitere
Störung einen Besuch im Trainingsraum nach sich zieht.
Kommt es zu einer erneuten Störung, wird dem
„Störer“ signalisiert, dass er sich durch seine
Handlung bewusst für den Trainingsraum entschieden hat.
Dort wird der betroffene Schüler durch gezieltes Nachfragen
des ausgebildeten Trainingsraumlehrers auf eine
reflektierte Auseinandersetzung bzgl. seines Handelns
hingeführt. In einem individuellem Hilfeplan wird
erarbeitet, wie zukünftigen Störungen vorgebeugt werden
kann.
Somit kann ein störungsfreier Unterricht stattfinden und
die Eigenverantwortung des Schülers wird gestärkt.
Das Konzept setzt damit direkt an der aktuellen Diskussion
an und bietet eine gute Möglichkeit der jetzigen
Entwicklung gegenzusteuern.
Wir arbeiten damit bereits im dritten Jahr und keine
Lehrkraft will auf dieses Programm mehr verzichten. Es
stellt eine deutliche Hilfe und Entlastung für die Klasse
und den Lehrer dar, denn es kann ohne große Unterbrechung
weiter gelernt bzw. weiter unterrichtet
werden.
3.
Die Praxisklassen (P8 / P9)
(Eine
Kurzbeschreibung; eine ausführliche Konzeption liegt vor -
bei Bedarf anfragen)
3.1
Personal
Feste
Mitarbeiter/innen:
2
Klassenleiter/in
2 Berufsschullehrer
1 Fachlehrerin für HsB
1 Sozialpädagoge
1 Schulleiter / 1 stv. Schulleiterin
Zusätzliche
Mitarbeiter:
1
Mitarbeiter aus dem „Kempodium“ (Schreinerin)
1 Sozialpädagogin (Mädchenarbeit)
1 Sozialpädagoge (Sexualerziehung)
1 Sozialpädagogin (Kooperation mit dem
Marienheim/Altenheim)
4 BSG (Bau- und Siedlungsgenossenschaft: Architekt,
Handwerker, Geschäftsführer)
1 Berufsberaterin
1 Geschäftsführer des Stadtjugendrings Kempten
1 Leiter des Referates für Jugend, Schule und Soziales
1 Erlebnispädagoge/in
1 Waldarbeiter (Vom Baum zum Werkstück)
Weitere
Kontaktpersonen:
IHK, HK
Sponsoren (bereits über 30 Personen, Tendenz steigend)
Jugendamt, mobile Erziehungshilfen
Eltern
3.2
Projektleitung
Frau Baumüller (Klassenleiterin der 9P), Herr Ott
(Klassenleiter der 8P), Herr Holzmann (Sozialpädagoge der
8P, 9P mit 30 Stunden)
3.3
Ziel
Oberstes Bildungsziel ist der Art. 131 der Verfassung des
Freistaates Bayerns.
In der
Praxis heißt dies, die Schüler kurz- oder mittelfristig
entweder zu einem erfolgreichen Hauptschulabschluss zu
führen, sie in die Regelklasse zu reintegrieren oder dabei
mitzuhelfen, in der freien Wirtschaft Fuß zu fassen.
Zudem gilt es die großen Defizite der Schüler im kognitiven
Bereich (z.B. Grundrechenarten), im sozialen Bereich
(Teamarbeit) und im erzieherischen Bereich (Einhalten von
Regeln) aufzuarbeiten und nachhaltig zu sichern. Eine
Praxisklasse, die auf 2 Jahre ausgerichtet ist, kann dies
unserer Meinung und Erfahrung nach erfolgreicher
bewältigen. Ziel muss es weiterhin sein, die Schüler mit
neu erworbenem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
wettbewerbsfähig auf den Arbeitsmarkt und auf unsere
Gesellschaft vorzubereiten. Sekundärtugenden und der Wille
zur Leistung müssen spürbar und erkennbar sein.
Durch Frontalunterricht, handlungs- und projektorientierten
Unterricht, Exkursionen, Wochenplan- und Freiarbeit,
Spielen, das Klassengericht, den Klassenrat und dem
kontinuierlichen Ritualisieren der Unterrichtszeit wird das
oberste Bildungsziel angestrebt.
3.4
Erreichte Ziele
-
Stärkung
des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls
-
Vermittlung
von verloren gegangenen Tugenden wie Höflichkeit,
Freundlichkeit,
Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft
usw.
-
Reduzierung
von Straffälligkeit und Auffälligkeiten der Jugendlichen
-
Unterbringung
der vermittelbaren Jugendlichen im EQJ und BVJ
3.5
Schwierigkeiten
-
Finanzierung
des Sozialpädagogen für die P8 nicht vorgesehen
(Schulleitung,
Lehrkraft müssen immer noch Sponsoren suchen)
-
Trägerschaft
des Sozialpädagogen kann jährlich wechseln (ständig neue
Ein-
arbeitung des Sozialpädagogen)
-
Streichung
der Poolstunden von Seiten der Regierung
-
keine
professionellen Fortbildungen
-
keine
vorgesehene Zusammenarbeit / Treffen / Austausch mit
anderen
P-Klassenlehrern aus der Region
-
Eine
P-Klasse mit „nur“ 13 Schülern wird vom
Stundenkontingent eine Be-
lastung für die ganze Schule (Lehrerstundenzuweisung
n.Anzahl der Schüler)
-
P-Klassen
erfordern einen unverhältnismäßig hohen zeitlichen Aufwand
auch
für die Schulleitung (Reputation im Vgl. zu M-Klassen sehr
gering)
Diese
Hindernisse gilt es zu bewältigen. Die Zeit und Energie,
die dafür aufgebracht werden muss, fehlen aber direkt in
der Arbeit am Kinde/Jugendlichen. Einen positiveren Rahmen
hierfür könnte die Regierung bzw. das Kultusministerium
schaffen. Profitieren würden die Kinder und Jugendlichen,
die Eltern, die Lehrkräfte, die Schule und nicht zuletzt
die gesamte Gesellschaft.
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